Stockholm-Marathon - Ein Lauf im Frühsommer 2004

Stockholm

Hauptstadt des schwedischen Königreiches. Eine der schönsten Städte im Norden Europas, in der ich immer gerne gewesen bin. Immer nur auf der Durchreise, doch an einem langen Wochenende Anfang Juni 2004 für ein paar Tage länger.

Die Stadt ist auf mehreren Inseln, eigentlich großen Schären, errichtet. Wasser ist ein elementarer Bestandteil der Stadtarchitektur. Was liegt da näher, als die Nächte an Bord eines der vielen Hotelschiffe zu verbringen? MS Rygerfjord heißt das schwimmende Quartier und bietet extrem wenig Platz.

Stockholm jedoch verlangt danach, erkundet zu werden, nicht verschlafen.

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Stockholm-Marathon am 05.06.2004

Es ist mein erster Marathonlauf und ich habe mir eine der (vermeintlich) schönsten Strecken vorgenommen.

Die Erwartung ist entsprechend hoch und sie wird gleich auf den ersten Kilometern enttäuscht. Das Wetter beschert mir einen sonnigen, fast sommerlichen Tag. Der Start ist erst nachmittags um 14.00 Uhr und die Lufttemperatur liegt bereits um 20°C. Diese Temperatur ist verhältnismäßig hoch und die Luft ist sehr trocken, sogar staubig.

Auf der Strecke

Vom Start weg laufe ich zunächst etwas eingezwängt mit der Masse los. Das Starterfeld ist auf rund 16.000 Läufer begrenzt, die Straßenzüge auf den ersten Kilometern können sicherlich auch nicht mehr Menschen aufnehmen. Bis in den Landschaftspark im Stadtteil Gärdet hat sich das Feld noch nicht gelockert. Es läuft in Richtung Freihafen, wir biegen aber kurz vorher in den Djurgården ab. Es sind erst ca. drei km gelaufen und die Strecke wird schon hier deutlich schmaler.

Erst nach dem Verpflegungspunkt bei Kilometer Fünf läuft es sich etwas freier. Die Strecke führt hier etwas wellig duch eine weitläufige Parklandschaft, und das Feld zieht nun allmählich auseinander.

Langsam komme ich doch in Fahrt, der Lauf gefällt mir. Von Djurgårgarden wieder weg streifen wir nun den südlichen Bereich von Östermalm und schnell ist die Stockholmer Altstadt erreicht. Hier steht dann auch jenes Publikum an der Strecke, das uns Läufer unterstützen und nicht nur still zuschauen möchte. Es fällt leider etwas auf, dass die Zuschauer sich insgesamt eher zurück halten.

Start

Die Strecke wird an der Schlossinsel vorbei über die Altstadtinsel Gamla Stan geführt, und verläuft bis etwa Kilometer 15 immer am Wasser entlang, dem inner-stockholmer Mälaren, dessen Ausläufer in Richtung Ostsee hier in der Stadt hafenähnlich genutzt werden.

Am Söder Mälarstrand liegt das Hotel, in dem ich hier für die drei Nächte abgestiegen bin, direkt an Kilometer zehn. Nicht etwa an der steilen Felswand die an der vom Wasser abgewandten Seite der Straße liegt, sondern direkt an der Kaimauer. MS Rygerfjord ist eines von vielen Hotelschiffen, die hier festliegen und preiswerte aber auch sehr beengte Unterkunft bieten. Immerhin inmitten der Stadt.

Hier werde ich von Brigitte empfangen und mit isotonischem Getränk versorgt. Leider ist der Punkt sehr schnell passiert und sie hat mich gerade noch erwischt, denn es stehen hier viele Zuschauer, die die Laufstrecke etwas einengen und unübersichtlich machen. Danach folgt rasch der offizielle Verpflegungstand und nach noch gut einem Kilometer folgt erstmals der unangenehme Anstieg hinauf auf die Västerbron, eine langezogenen Brücke von etwa 1,5 Kilometer Länge über die Insel Langholmen und den Mälar-See. Am anderen Ufer und nach der Schleife um den Rålambshovparken folgt der nächste Verpflegungsstand und kurz davor - echt kurios - stehen einige freundliche Damen und verteilen Traubenzucker aus großen Schüsseln. Das halte ich ja für noch etwas verfrüht.

Einer der Großsponsoren ist auch an allen Versorgungspunkten mit seinem klebrigen Energiegetränk vetreten, das leider immer im Vordergrund steht und einen großen Teil der jeweiligen Stände beansprucht. Wasser kommt immer erst dahinter, aber auch davon wird genügend angeboten.
Kurz vor Kilometer 15 laufen wir am architektonisch eigenwillig gestalteten Stadshuset vorbei, vor dem sich offenbar eine Hochzeitsgesellschaft versammelt. Es scheint, dass die Leute nicht sehr glücklich über den Verlauf der Marathonstrecke sind. Die Strecke führt weiter nach Norrmalm, knickt hier auch nach Norden hin ab und verläuft nun entlang nicht sehr attraktiver Innenstadtstraßenzüge, die durch den zwischen Kilometer 15 und 18 leichten aber beständigen Anstieg auch nicht annehmbarer werden.

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